Mehr Energie sparen mit LEDs

Wednesday, December 9. 2009, 20:54
LED-LampeEnergiesparlampen haben sich ja zwischenzeitlich weitgehend durchgesetzt und die alten Glühlampen ersetzt. Um das EU-Verbot und die darum kreisenden ziemlich absurden Diskussionen soll es hier aber nicht gehen. Zwischenzeitlich kann man nämlich auch Glühbirnen mit LED-Technologie kaufen. Da ich bislang relativ wenig darüber gelesen habe, schreibe ich mal meine Erfahrungen dazu.

Eines der Mankos »gewöhnlicher« Energiesparlampen (Kompaktleuchtstofflampen) ist ihr Quecksilbergehalt. Zwar ist dieser vergleichsweise gering (selbst wenn sie nicht fachgerecht entsorgt werden, ist die Quecksilberbelastung für die Umwelt geringer als bei Glühbirnen, da Kohlekraftwerke ganz erhebliche Mengen Quecksilber emittieren). Dennoch ist Quecksilber natürlich ein giftiges Schwermetall dessen Einsatz man wo es geht vermeiden sollte. Weiterhin ist auch die Lichtausbeute von Energiesparlampen alles andere als optimal, was man schnell merkt, wenn man eine im Betrieb befindliche berührt. Sie sind zwar nicht so heiß wie Glühlampen, aber erzeugen immer noch erheblich Abwärme.

LED-Lampen enthalten kein Quecksilber, ihre Lichtausbeute ist etwa drei- bis viermal höher als bei Kompaktleuchtstofflampen. Weiterhin soll ihre Lebensdauer deutlich länger sein. Die Vorteile sind also ganz erheblich. Inzwischen findet man im Handel die ersten LED-Modelle für gängige Glühbirnenfassungen (E27).

Mein erster Testkandidat war eine Marslight G60 (12,99 € bei Kaufland). Ihr Energieverbrauch wird mit 3 Watt angegeben, die Lichtausbeute vergleichbar mit einer 50 Watt-Glühbirne. Die Lichttemperatur wird lediglich als „Warm weiß“ angegeben (keine Kelvin-Angabe). Das Licht sieht sehr deutlich blau aus und ist für Wohnräume ziemlich unangenehm. Die Angabe „Warm weiß“ halte ich schlicht für falsch.
Fazit: Nur geeignet für Räume, in denen man sich nicht länger aufhält.

Mein zweites Modell ist eine XQ-lite, 1,9 Watt, nach Herstellerangaben vergleichbar mit einer 40 Watt-Glühbirne (19,70 € bei Obi). Die Lichttemperatur ist mit 2700° Kelvin angegeben. Im Gegensatz zur Marslight ist das Licht angenehmer, vergleichbar mit einer gewöhnlichen Glühbirne. Die Lampe lässt sich gut in Wohnräumen einsetzen, in denen die Lichtstärke ausreicht.

Nun stellt sich natürlich noch die Frage: Lohnt sich das? Die Lebensdauer wird mit 50.000 Stunden angegeben, als Vergleich nehme ich eine IKEA-Energiesparlampe, 7 Watt, kostet im Doppelpack 6,99 €. Lebensdauer wird mit 10.000 Stunden angegeben. Wir nehmen einen Kilowattstundenpreis von 20 Cent an.
IKEA-Energiesparlampe für 50.000 Stunden:
5 x 3,49 € + 50000 h x 0,007 kW x 0,20 € / kWh = 87,45 €
XQ-lite LED für 50.000 Stunden:
1 x 19,70 € + 50000 h x 0,0019 kW x 0,20 € / kWh = 38,70 €
Und zum Vergleich noch eine Glühbirne, angenommene Werte 40 Watt, 40 Cent, 1000 Stunden Lebensdauer:
50 x 0.40 € + 50000 h x 0,040 kW x 0.20 € / kWh = 420,00 €

Die LED gewinnt also haushoch. Auch wenn man eine deutlich günstigere Energiesparlampe für 1 € annimmt, ändert sich nicht viel (75 €).

Fazit: Der relativ teure Anschaffungspreis von LED-Lampen mag abschrecken, in der Gesamtrechnung rentiert sie sich allemal. Die Marslight überzeugt nicht aufgrund unangenehmer Lichtfarbe, die XQ lite dafür umso mehr. Zumindest dort wo ich geschaut habe, gab es nur LED-Lampen mit eher geringer Leuchtstärke. Ersatz für eine 60 oder 100 Watt-Glühbirne habe ich nicht gefunden. Die Berechnung geht natürlich davon aus, dass die Herstellerangaben zur Lebensdauer stimmen. Allerdings sind die Vorteile so eindeutig, dass ich es für empfehlenswert halte, zumindest beim Neukauf auf LEDs zu setzen.

Ärgerlich ist auch hier mal wieder das EU-Energiesparlabel – es hinkt der technischen Entwicklung hinterher. Praktisch alles, was heute auf dem Markt ist, ist Energiesparklasse A (Ausnahmen einige minderwertige Kompaktleuchtstofflampen mit B und Halogen-Lampen mit D, aber davon sollte man sowieso die Finger lassen).

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was mir fehlt: leds für halogensockel, die nativ auf 12v laufen.
#1 yetzt on 2009-12-09 21:22 (Reply)
Zumindest schaffen es LED-Lampen theoretisch, alle Vorteile der Energiesparlampen und der Glühbirnen zu vereinen. Energiesparlampen haben erfahrungsgemäß höchstens zwei der folgenden Eigenschaften: dimmbar, Warmstart, weiß (5500–6500 K), E16-Gewinde, bruchfest.

Für Energiesparlampen scheint der verbreitete Umrechnungsfaktor der Leistung gegenüber Glühbirnen 1:5 zu sein. Zum Umrechnungsfaktor von LEDs findet man sehr unterschiedliche Angaben, er scheint aber bei Baumarktlampen etwa dem von Energiesparlampen zu entsprechen. Eine 1,9-Watt-LED-Lampe würde also etwa einer 10-Watt-Glühbirne entsprechen, und meiner Erfahrung nach kommt dieser Wert auch ungefähr hin (mehr als 20 Watt sind’s auf keinen Fall). Und die stärksten LED-Leuchten, die ich bis jetzt gesehen habe, hatten 5 Watt, was vergleichbar sein dürfte mit einer 25–40-Watt-Glühbirne. An die 23-Watt-Vollspektrum-Lampen (entspricht 120 Glühbirnenwatt), die es mittlerweile gibt, kommt das noch nicht ran, außer, ich will hunderte Leuchten aufstellen. Auch sehr eingeschränkt ist bei LED-Lampen noch der Abstrahlwinkel, sodass sie meines Erachtens zur Raumbeleuchtung noch nicht geeignet sind (vielleicht bezieht sich die 40-Watt-Angabe auf die Leuchtdichte innerhalb des Abstrahlkegels?).
#2 Candid Dauth on 2009-12-09 22:20 (Reply)
Das Problem ist und bleibt, das die Watt angaben einer Glühlampe meines Wissens nicht genormt sind. Die passende physikalischen Einheit wären der Lichtstrom in Lumen... Das ist der Strom an Photonen, der von der Lampe ausgesannt wird ( alle Richtungen aufsummiert). Diese Angabe im Zusammenhang mit der Leistungsaufnahme würde sehr viel besser zeigen, welche LED- Lampe besser ist. Aber dazu schweigen sich alle Hersteller aus...
Ich finde es immer nervig eine LED Lampe zu kaufen die angeblich einer 40Watt Glühlampe entspricht - na toll und was mach ich jetzt, wenn ich seit 5 Jahren keine 40Watt mehr gesehen habe- erst zum Energiesparlampen regal rennen, dort die Umrechung nachschauen um dann zu wisssen, wie hell das ist gegenüber einer Energiesparlampe... Eigentlich schon lustig - balsd werden uns kleinere Menschen fragen, was den eine 40Watt Lampe ist und wieso es auf jeder Packung vermerkt ist, das sie so hell wie diese ist ...
#2.1 hefee on 2009-12-10 02:05 (Reply)
und reicht Dir die Lichtmenge? Die Angaben auf fast allen LED Lampen sind schlichtweg übertrieben. Eine gewöhnlich 60 Watt Glühbirne hat ca. 11Lumen/Watt. Eine Enegiesparlampe liegt im Bereich von 60Lumen/Watt. Bräuchte also nur ca. 11Watt für die gleiche Lichtmenge. Um die gleiche Lichtmenge mit nur 3 Watt zu erzeugen bräuchte man LEDs mit 220Lumen/Watt. Aktuell erhältliche LEDs liegen aber bei 30-80Lumen/Watt. Zusätzlich wird bei den LEDs immer unterschlagen das da noch ein Netzteil in der Lampe ist, welches kaum effizienter ist als ca. 85-90%. Die aktuelle LED Entwicklung liegt derzeit bei 160Lumen/Watt unter der unrealistischen Bedingung das die LED nicht wärmer als 20° wird. Bei höheren Temperaturen nimmt die Leistung dramatisch ab.
Interessant sind die Acriche LEDs die direkt an 230V betrieben werden können, dadurch entfällt der Verlust im Vorschaltgerät.
Was man auch noch beachten muss ist das die warmweissen LEDs bis zu 30% weniger Lumen/Watt erzeugen als die unschönen blau weissen.
#3 Blueloop on 2009-12-09 23:56 (Reply)
Um mit LEDs eine Birne nachzustellen benötigt man ein Glas, dass das fokussierte Licht streut und dabei notwendigerweise abdunkelt. Daher das Milchglas, das man auf dem Foto sieht. Dies macht einen Vergleich der Watt-Zahlen schwierig.

Wegen des Glühbirnenverbots und der absurden Kritik an Energiesparlampen dürften sich die LEDs schnell weiterentwickeln. Ich würde davon ausgehen, dass wenn man sich jetzt eine gute Energiesparlampe reindreht, man in 6-10 Jahren deutlich bessere LEDs bekommt. Die Energieeinsparung und das Quecksilber sind natürlich ein Grund jetzt schon zu LEDs zu greifen, aber mich gruselt die Vorstellung jetzt eine Lampe zu kaufen die hält bis ich 80 bin. ;-)
#4 Florian (Link) on 2009-12-10 01:26 (Reply)
Da mir der unzeitgemäße Stromverbrauch von Halogenstrahlern sowie deren hohe Ausfallrate ärgert, habe ich mich nochmals zum Kauf von LED-Ersatzlampen für GU5,3 Sockel entschlossen.
Ersetzt werden sollten Stahler von 20W bzw 30W.
Bei OBI werden XQ-lite LED Strahler (XQ9909) mit 48 LEDs für etwa 10 Euro das Stück angeboten.
Hier meine Beurteilung:
- Lichtfarbe 3000K sehr angenehm (warm, orange-gelb).
- Lichtleistung entspricht einem 25W Halogenstrahler (Angabe 40W)
- Stromverbrauch liegt bei 2W bei 12V gemessen (Angabe 2,4W)
Dieser nimmt etwas zu, wenn die Spannung abgesent wird.
Zwischen 6W bis 12V ist die Lampe dimmbar.
- Betrieb an Spulentravo mit sehr hohem Wirkungsgrad und hoher Lebensdauer (1A Travos für 2 Euro bei Elektronikversand -> reicht für den Betrieb von 5 Lampen) möglich.
- Wärmeentwicklung beim Travo sowie bei den Lampen vernachlässigbar.
- Keine Kontaktprobleme im Sockel wie bei den Halogenlampen.

In meinen Augen ist die Zeit mehr als reif für LED Lampen.

Tatsächlich fehlt es hier noch an der Produktvielfalt, den Ersatzmöglichkeiten für bestehende Systeme (Leuchtstoffröhrern) und klaren technischen Angaben.

Die besagte LED Lampe kann ich jedenfalls uneingeschränkt empfehlen.
Bei LEDs, die direkt an 230V betrieben werden hätte ich bedenken hinsichtlich der Lebensdauer, welche durch die vorgeschaltete Elektronik begrenzt werden dürfte.
#5 MAXX on 2010-01-30 13:19 (Reply)
Hmm... bin auch ständig am Überlegen, ob ich jetzt schon auf LED umstellen soll, oder die momentan recht preiswert werdenden Energiesparlampen nutzen soll. Ich kan mir nun mal im Moment nicht vorstellen, dass ich eine LED-Lampe die nächsten 27 Jahre nutze werde (50000h / 5h-Brenndauer pro Tag / 365 Tage)
BTW.: Gibt es eine Alternative für Halogenstrahler mit entsprechendem Sockel, oder wie sieht deren Energiebilanz aus?
#6 Ralf (Link) on 2010-02-06 12:20 (Reply)

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