Von Blogs und Planets

Tuesday, August 1. 2006, 23:16
Vor inzwischen gut zwei Jahren befasste ich mich näher mit Blogs. Ich fand das toll. Blogger sind Menschen, die schreiben einfach über Dinge, wenn sie gerade Lust haben. Sie schreiben über Belangloses, sie schreiben gut oder schlecht, sie schreiben einfach so. Ich fand das cool. Ich wollte auch ein Blog. Jetzt hab ich eins.

Ich erfuhr auch, dass es Planets gibt. Planets sind auch cool. Planets sind sozusagen Meta-Blogs. Mehrere Blogs auf einem Haufen. Fand ich auch toll. Irgendwann fingen sogar Planets an, mein Blog aufzunehmen. Das fand ich noch toller. Zum Beispiel dieser, jener oder der da. Ich betreibe inzwischen sogar eigene Planets, z. B. Planet Karlsruhe.

Udo Vetter ist auch Blogger. Udo Vetter ist aber auch Rechtsanwalt. Das ist schon schwierig. Rechtsanwälte verklagen manchmal Blogger.

Udo Vetter findet Planets nicht cool. Er hat auch noch nie von Planets gehört. Er findet, dass Menschen, die Planets betreiben, Blogdiebe sind. Er schreibt deswegen Drohbriefe an solche Menschen. Und vergisst nicht zu erwähnen: »Der nächste Brief kostet nämlich richtig Geld.«

Via Basquiat. Und an alle Blogdiebe: Ihr dürft mich gerne weiterhin bestehlen. Wenn ihr jetzt das Lawblog aus Eurem Planet rauslöschen müsst, könnt ihr es gerne durch meins ersetzen ;-)

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Aggregator vs. Aggressor
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Genau das hier ist der Punkt:
"Planets sind auch cool. Planets sind sozusagen Meta-Blogs. Mehrere Blogs auf einem Haufen."

Wenn ein Planet ein Meta-Blog ist, also nach außen die Darstellung "hier schreiben mehrere Autoren ihre Inhalte ihrer eigenen Blogs rein" erweckt, dann muß man als Leser (der den Planet nicht eingerichtet hat) davon ausgehen, dass die Autoren das auch wollen.

Wenn aber nicht der Autor selbst die Wiederveröffentlichung initiiert hat, sondern jemand, der nur den Planeten einrichtet, dann übernimmt dieser ungefragt fremde Inhalte. Und das ist eben böse, wenn man keine Erlaubnis hat. Das war schon immer böse. Selbst in der Schule ist Abschreiben böse.

Auch Argumente wie "das ist doch Werbung für das übernommene Blog" sind im Internet nicht stichhaltig. Wenn es in der realen Welt "Litfaßsäulenbetreiber" geben würde, und Udo genau eine Säule an einer Straßenecke betreiben könnte - dann wäre es sinnvoll, wenn andere Säulenbetreiber dabei helfen, die Inhalte auch an anderen Straßenecken auf ihren eigenen Säulen zu veröffentlichen. Man erspart den Lesern damit den langen Weg zur Lawblog-Säule.

Aber im Internet ist alles nur einen Mausklick entfernt. Wer anderen Menschen tolle Blogs empfehlen möchte, kann einen Link setzen.

Und wer persönlich seine Auswahl an lesenswerten Blogs zentral zusammengefaßt haben möchte, kann sich einen entsprechenden Dienst nichtöffentlich installieren.

Aber was bringt es, einen Planeten mit diversen Blogs, die man gerne selber liest, zu veröffentlichen? Auf diese Frage konnte bislang noch niemand antworten.
#1 Special Gueststar on 2006-08-02 17:55 (Reply)
Hallo Mister Special Gueststar,

> Aber was bringt es, einen Planeten mit diversen Blogs,
> die man gerne selber liest, zu veröffentlichen? Auf diese
> Frage konnte bislang noch niemand antworten.

Vielleicht weil manche Leute Spaß dran haben, zu sehen, was andere Leute interessant finden? Vielleicht weil's einfach weniger Streß ist, als sich durch zwanzig Links zu klicken?
Vielleicht weil Menschen einfach Bloggen damit verbinden, Dinge einfach »zu tun« und nicht zu fragen, ob das jemand interessiert?

Sicher, juristisch ist Herr Vetter vermutlich im Recht. Nur beweist er damit, dass er das Phänomen Blog einfach mal garnicht verstanden hat. Und das spricht nicht unbedingt für ihn.
#1.1 Hanno (Link) on 2006-08-02 18:17 (Reply)
Hanno, Deinem Fazit ist nichts hinzuzufügen.
#1.1.1 Andreas Skowronek (Link) on 2006-08-02 19:09 (Reply)
...habe eher den Eindruck, Herr "Spaßverteidiger" (siehe auch seinen Link) hat das "Phänomen" Blog nicht ganz verstanden. (Darf er ja auch nicht, weil er sonst Udo Vetters Meinung zum geistigen Eigentum teilen müsste)
#1.1.1.1 ano on 2006-08-03 14:42 (Reply)

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