Atheistische Buskampagne startet in Berlin

Saturday, May 30. 2009, 16:14
BuskampagneDie Atheistische Buskampagne, die ich hier ja schon ab und an erwähnt habe, startete heute ihre Tour in Berlin.

Die Buskampagne war ursprünglich eine in England entstandene Idee, auf öffentlichen Verkehrsmitteln atheistische Werbung zu schalten. Nach der Aktion in England gab es in vielen anderen Ländern Initiativen für ähnliche Aktionen. Bemerkenswerterweise hatte die Aktion in Deutschland deutlich mehr Schwierigkeiten, ihr Ansinnen durchzuführen: Alle öffentlichen Verkehrsbetriebe sagten ihr mit geradezu absurden Begründungen ab. Christliche WissenschaftDie BVG etwa behauptet, grundsätzlich keine weltanschauliche Werbung zuzulassen (solche wie auf dem Bild links). Der Kampagne brachte dies natürlich noch erheblich mehr Aufmerksamkeit, aber es wirft schon ein sehr trauriges Bild auf das Verständnis von Meinungsfreiheit und Zensur hierzulande.

Die Bustour startete heute in Berlin mit einer atheistischen Stadtrundfahrt. Ein paar Bilder gibt's hier. In den nächsten drei Wochen fährt der Bus quer durch Deutschland. Aufgebrachte Christenmassen gab es heute zumindest noch keine, nur ein Flugblatt, in dem mir gesagt wurde dass es Gott aber doch gibt, wurde mir in die Hand gedrückt (mit Verweis auf die Seite gottkennen.de).

Gamer auf die Straße

Wednesday, May 27. 2009, 22:21
Vor einigen Tagen wurde bekanntgegeben, dass die in Karlsruhe geplante Veranstaltung Intel Friday Night Games nicht stattfinden wird. Eine scheinheilige Koalition von CDU bis zu den Grünen wollte im Angesicht des Amoklaufs von Winnenden keine Zockerveranstaltung in ihrer Stadt. Um einem politischen Verbot zuvorzukommen, sagte der Veranstalter die IFGN ab.

Dagegen rufen jetzt Gamer der Webseite readmore.de zur Demonstration auf. Die Demonstration soll am 5. Juni, am ursprünglich für die IFNG vorgesehenen Termin, stattfinden.

Ich bin kein Gamer, ich war noch nie auf einer LAN-Party. Als ich mich das letzte Mal für Ego-Shooter interessiert habe, liefen die noch unter DOS. Aber ich finde es absolut unerträglich, wie hier eine Gruppe von Menschen für etwas verantwortlich gemacht wird, obwohl ein Zusammenhang kaum seriös belegt werden kann. Deswegen meine volle (wenngleich vermutlich nicht persönliche) Unterstützung, wenn Gamer auf die Straße gehen.

Via gulli.

Update: Jetzt mit eigener Webseite.

Gentoo is dangerous for children

Saturday, May 23. 2009, 12:46
Tobias Scherbaum already blogged this, but only in german, so I'm writing this again for the Planet Gentoo readers.

A german webpage called jugendschutzprogramm.de provides filters for webpages potentially dangerous for children. Now some people noticed that this page considers quite a lot dangerous.

Both gentoo.de and gentoo.org are considered only suitable for people over 14. So if you ever thought about installing Gentoo on the PC of a kid, think again what you might do to that kid.

Beside, my blog is even more dangerous: It's blocked by default.

The page is supported by a couple of companies providing pornographic content. Interesting enough, it's also supported by a big german Newspaper (BILD) that regularly has pornographic images on their frontpage. However, their page is considered harmless.

But what's really frightening is that jugendschutzprogramm.de is part of ICRA, an international system by big content and internet providers. It's even supported by the european union.

Update: Page has XSS, maybe someone wants to play with it?

<form action="http://jugendschutzprogramm.de/webmaster/label-generator.php" method="post">
<input name="URL" value='"><script>alert(1)</script>' type="text">
<input name="submit" type="submit">
</form>

Internetzensur

Tuesday, May 5. 2009, 14:00
ZensursulaZugegebenermaßen habe ich es in letzter Zeit ziemlich versäumt, mich netzpolitischen Themen zu widmen - was leider nicht daran lag, dass es dazu nichts zu sagen gäbe.

Heissestes Thema momentan ist ja die Debatte um Internetzensur - die inzwischen so viele Facetten und obskure Geschichten vereint, dass ich garnicht erst versuche, das in Kürze abzuhandeln. Eine gute Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte und Argumente liefert dieser c't-Artikel.

Dazu gibt es nun eine Petition an den Bundestag, die gute Chancen hat, die notwendigen 50000 UnterstützerInnen (ab denen sich der Bundestag damit befassen muss) innerhalb von Rekordzeit zu erreichen - nach gut einem Tag sind es bereits über 18000. Also alle, die noch nicht unterschrieben haben: JETZT ist der richtige Zeitpunkt!

Da wir gerade bei netzpolitischen Themen sind: Die relative Ruhe bezüglich des skandalösen PirateBay-Urteils hierzulande finde ich schon etwas erschreckend. Und zu den versammelten Internetphobikern von taz bis Zeit könnte man auch einiges sagen. Ich hoffe ich komme in nächster Zeit dazu.
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